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Speicherchips erleben drastische Preiserhöhungen – von Rechenleistung bis Speicherkapazität

Der Markt für Speicherchips hat in letzter Zeit einen deutlichen Preisanstieg erlebt, der sowohl auf die explosionsartige Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz (KI) als auch auf strukturelle Anpassungen in der Lieferkette zurückzuführen ist.

Wichtigste Dynamiken des aktuellen Preisanstiegs bei Speicherchips

Wichtigste Entwicklungen: Die Preise für DDR5-Speicher sind innerhalb eines Monats um über 100 % gestiegen; die erwartete Preiserhöhung für DRAM-Verträge im vierten Quartal wurde auf 18–23 % angehoben, wobei die Spotpreise einiger Modelle innerhalb einer Woche um 25 % in die Höhe schnellten. Führende Hersteller wie Samsung und SK Hynix haben die Angebotsabgabe für Verträge ausgesetzt und priorisieren ihre Produktionskapazitäten für HBM (High Bandwidth Memory) und DDR5. Die Belieferung von langjährigen Großkunden wird nur noch ermöglicht. Haupttreiber ist die stark gestiegene Nachfrage nach KI-Servern, die einen Großteil der Waferkapazität beansprucht, da Cloud-Service-Anbieter bereits im Voraus Kapazitäten für die nächsten Jahre sichern, um ihre Recheninfrastruktur auszubauen.

Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette:

Internationale Giganten: Samsung und SK Hynix verzeichneten ein deutliches Umsatz- und Betriebsgewinnwachstum.

Inländische Hersteller: Unternehmen wie Jiangbolong und Biwin Storage haben deutliche Leistungsverbesserungen erzielt und damit den technologischen Wandel beschleunigt.

Terminalmarkt: Einige Marken der Unterhaltungselektronik stehen aufgrund steigender Lagerkosten unter Preisdruck. 

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Hauptgründe für die Preiserhöhung

Der starke Anstieg der Preise für Speicherchips kann als typische Geschichte eines Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage verstanden werden, wird aber von einem tiefgreifenden industriellen Wandel untermauert.

Angebotsseite: Struktureller Rückgang und strategischer Wandel

Hersteller von Speicherchips wie Samsung, SK Hynix und Micron befinden sich in einem strategischen Wandel. Sie verlagern große Teile ihrer Waferkapazität von herkömmlichen DRAM- und NAND-Speichern für Endverbraucher auf margenstärkere HBM- und DDR5-Speicher, um die Nachfrage nach KI-Servern zu decken. Dieser Ansatz, bei dem Ressourcen von einem Standort abgezogen werden, um den Bedarf des anderen zu decken, hat direkt zu einem starken Rückgang der Kapazität von Allzweck-Speicherchips und damit zu Engpässen im Angebot geführt.

Nachfrageseite: KI-Welle löst Supernachfrage aus

Die explosionsartige Nachfrage ist der Hauptgrund. Globale Cloud-Service-Giganten (z. B. Google, Amazon, Meta, Microsoft) investieren massiv in KI-Infrastruktur. KI-Server haben extrem hohe Anforderungen an Speicherbandbreite und -kapazität, was nicht nur die Preise für HBM und DDR5 in die Höhe treibt, sondern durch die enormen Beschaffungsmengen auch die Gesamtkapazität der Branche beansprucht. Darüber hinaus wird die Ausweitung von KI-Anwendungen vom Training auf die Inferenz die Nachfrage nach DRAM weiter steigern.

Marktverhalten: Panikkäufe verschärfen die Volatilität

Angesichts der erwarteten Lieferengpässe haben Serverhersteller und Elektronikproduzenten Panikkäufe getätigt. Anstatt vierteljährlich einzukaufen, streben sie langfristige Lieferverträge mit einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren an, was die kurzfristigen Angebots- und Nachfragekonflikte weiter verschärft und die Preisvolatilität erhöht.

 

Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette

Dieser Preisanstieg verändert die Struktur und das Ökosystem der gesamten Wertschöpfungskette der Speicherindustrie.

Internationale Speichergiganten

Als Marktführer in einem Verkäufermarkt haben Unternehmen wie Samsung und SK Hynix ein hohes Umsatz- und Gewinnwachstum erzielt. Dank ihrer technologischen Vorteile verfügen sie über eine starke Preissetzungsmacht für High-End-Produkte wie HBM.

Inländische Lagerunternehmen

Dieser Zyklus bietet inländischen Herstellern eine entscheidende historische Chance. Durch technologische Durchbrüche und flexible Marktstrategien haben sie eine sprunghafte Entwicklung erzielt.

Beschleunigte Substitution

Angesichts der angespannten internationalen Lieferketten werden inländische PCIe-SSDs für Unternehmen und andere Produkte rasch in die Lieferketten führender inländischer Unternehmen integriert, was den Substitutionsprozess im Inland deutlich beschleunigt.

Endverbrauchermarkt

Unterhaltungselektronikprodukte mit einem hohen Anteil an Speicherkosten, wie beispielsweise Mittelklasse- und Einsteiger-Smartphones, stehen bereits unter Kostendruck. Markenhersteller befinden sich in einem Dilemma: Eine interne Kostendeckung würde die Gewinne schmälern, während eine Weitergabe der Kosten an die Verbraucher die Absatzzahlen beeinträchtigen könnte.

 

Ausblick auf zukünftige Trends

Insgesamt dürfte diese Phase des hohen Wohlstands auf dem Speichermarkt noch einige Zeit andauern.

Preistrend

Institutionelle Prognosen deuten darauf hin, dass der Preisanstieg bei Speicherchips mindestens bis zum ersten Halbjahr 2026 anhalten könnte. Insbesondere bei HBM und DDR5 wird in den nächsten Quartalen mit einem starken Preisanstieg gerechnet.

Technologische Iteration

Die Weiterentwicklung der Speichertechnologie schreitet rasant voran. OEMs werden weiterhin auf fortschrittlichere Prozesse (wie 1β/1γ-Knoten) umsteigen, während Technologien der nächsten Generation wie HBM4 auf die Forschungs- und Entwicklungsagenda sowie die Massenproduktionsagenda gesetzt wurden, um höhere Leistung und Gewinne zu erzielen.

Lokalisierungsprozess

Angetrieben von KI und nationalen Strategien werden chinesische Speicherunternehmen weiterhin in technologische Forschung und Entwicklung sowie Produktionskapazitäten investieren. Es wird erwartet, dass chinesische Speicherunternehmen bis 2027 einen bedeutenden Durchbruch beim globalen Marktanteil erzielen und eine wichtigere Rolle in der globalen Wertschöpfungskette spielen werden.


Veröffentlichungsdatum: 11. November 2025